Das weiße Band



Genre
Regie
Schauspieler
  • Ulrich Tukur
  • Susanne Lothar
  • Josef Bierbichler
  • Sebastian Hülk
  • Steffi Kühnert
  • Burghart Klaussner
  • Leonard Proxauf

Das weiße Band: "Das weiße Band" erzählt die Geschichte der Bewohner eines kleinen Dorfes zu Beginn des Ersten Weltkriegs, im speziellen geht es hier jedoch um die Kinder des Ortes, von denen einige aus wohlhabenden Familien stammen, andere jedoch auch Bauernkinder sind.

Während der Alltag dort zu Beginn noch recht idyllisch abläuft, mehren sich nach und nach mysteriöse Unfälle, die in keinem Zusammenhang miteinander zu stehen scheinen. Doch im Laufe der Zeit kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Unfälle eine Art Bestrafung sein sollen.

Externe Rezensionen zu Das weiße Band

Rezension: Amazon.de
8 / 10 Punkte (85 Stimmen)
Rezension: IMDb.de
7,9 / 10 Punkte (14,138 Stimmen)
Rezension: OFDb.de
7,1 / 10 Punkte (238 Stimmen)

Kommentare zu Das weiße Band

Melos schrieb am 23.10.2009

Dieser Film nebst "Antichrist" das bisher spannenste Filmerlebnis für 2009. DIESE KINDER!!!! Grandios! Optimal zusammengecastet! Diese Schwarz-Weiß-Strenge! Ästhetischer Augenschmaus! Die simpelsten Handlungen sind dadurch sehenswert! Diese formale Kruste, unter der es zu kochen beginnt, Hiebe ausgeteilt werden, so dass es zwiebelt, das hat mich begeistert. Auch, dass das Ende entgegen einem Auflösungswahn steht und ich für mich befinden musss: traue niemals dem Erzähler! Oder eher: er hatte nicht die auktoriale Position und somit bleibt alles bei Vermutungen, Möglichkeiten, Gerüchte. Sehr gut!

MadHatter schrieb am 28.01.2012

Es ist eine Weile her, dass ich einen Film mit Fug und Recht "anspruchsvoll" nennen konnte. Das an sich ist noch nicht wertend, immerhin kann auch anspruchsvolle Kost nicht gut umgesetzt sein. Das weiße Band allerdings weiß was es zeigen und umsetzen will und bedient sich einer Reihe filmischer Erzählmittel, um seine Geschichte subtil und ohne großen Aufhänger zu erzählen, wobei er seine Authentität in der Darstellung nicht verliehrt.
Augenscheinlich bietet der Film eigentlich nicht viel. Es ist eine Geschichte einer Dorfgemeinschaft vor dem ersten Weltkrieg. Es passieren eine Reiher von rätselhaften Unfällen und Anschlägen, die die scheinbar friedliche ländliche Gesellschaft erschüttert. Dabei verzichtet der Filmgänzlich auf eine Auflösung, auf einen zentralen Protagonisten (trotz einem Ich-Erzähler) oder Antagonisten und sonst auf viele Aspekte, die mit dem gängigen Erwartungshorizont der Zuschauer übereinstimmen. Nicht nur technisch, sondern auch erzählerisch arbeitet der Film mit vielen Elipsen d.h. Lücken in Geschehen und Aufklärungen der Handlung. Wirklich viel Tiefe erhält die Geschichte dann erst, wenn der Zuschauer beginnt diese Lücken beim Nachdenken zu füllen, Dinge zu verbinden und zu verstehen.

Es sei dahin gestellt ob man diese Art der Erzählweise mag oder sich davon gelangweilt fühlt, allerdings ist es ein Film, der einem lange im Gedächnis bleibt und sich mit der Zeit weiter entwickelt, da er genug Details zum Spekulieren und Diskutieren bietet. Ich möchte an dieser Stelle verzichten meine eigenen Gedanken ein zu bringen, denn ein großer Teil des Effekts des Film kommt von den Gedanken, die sich der Zuschauer macht. Ist das eine gute Art der Erzählform? Sicherlich eine Geschmacksfrage, ich finde jedoch, besonders in einer Zeit wo Filme zuviel auf dem Silbertablet servieren, darf sich ein Film sich herausnehmen auch einmal anders zu sein und anders erzählt zu werden.

Was jedoch ohne Frage brilliant ist, ist die Darstellung der damaligen Gesellschaftsverhältnisse, insbesondere in Bezug auf die Erziehung der Kinder. Der Kreislauf von Unterdrückung und daraus entstehender Repression ist das Hauptmerkmal das Films und lässt den Zuschauer daran teilhaben, ohne ihn dabei mit dem Holzhammer darauf aufmerksam zu machen.

Nach einer Reihe eher pseudointellektueller Filme, die ich gesehen habe, wie Tree of Life oder Reality XL bietet "Das weiße Band" einmal etwas handfestes, eine subtile Erzählkost mit Tiefe und solidem filmischen Mitteln, welches seine Geschichte leise, aber deswegen umso eindringlicher erzählt.
Jeder der sich von anspruchsvollen Filmen angesprochen fühlt, kommt hier endlich mal auf seine Kosten und sollte dieses Werk nicht verpassen. Wer sich aber modernes Unterhaltungskino verspricht, dürfte sich aber langweilen, daher sollte man schon wissen, worauf man sich auf diesen Film einlässt. In meinen Augen jedenfalls voll empfehlenswert.

gonzo schrieb am 24.04.2012

den wollte ich damals sehen und habe es dann doch nicht gemacht - sollte ich definitv nachholen!!

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Wrath of Heroes


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