Kommentare zu Kein Sterbenswort
Anton Dorn-Lubitz schrieb am 27.05.2011
So einen spannenden Film hatte ich von DEM Regisseur nicht erwartet. Die erste halbe Stunde ist auch etwas undurchsichtig ( Gesamtspieldauer über 2 Stunden, also ist das ok ). Ist man erstmal in der Geschichte drin, packt sie einen und erzeugt Fiebrige Ausschläge; die Geschichte ist wie ein alter Hitchcock konstruiert und focussiert die Einsamkeit des Beschuldigten, gegen den sich alles verschworen zu haben scheint ergänzt aber mit einer warmherzigen Note. Wenn Chabrol die Geschichte verfilmt hätte, wäre man schneller reingekommen ins Dickicht; die Spannung wäre leichter zu fassen, wenn man Chabrol- kenner ist. Im Vergleich zu Brian de Palma, der ja auch immer mal wieder Versuche unter nimmt, verquere Geschichten zu einem Film im Sinne von Alfred Hitchcock zu konstruieren, hat der Regisseur hier gerade zu erfrischende Arbeit geleistet. De Palma ist im Alter etwas seine Klasse abhanden gekommen und jemand muß diese Klasse ja beerben. So erscheint in " Kein Sterbenswort " insbesondere auch in Nebenrollen die creme de la creme fransssösiescher Filmkunst. Und das unglaublich gut auf den jeweiligen Punkt gebracht. Und Cluzet; der muß noch mal zum Abendessen zu Piccoli...Er spielt diese schwierigen Rollen mit einer dermassen beschwingten Leichtigkeit, daß er noch eine kleine Impfung Richtung Schwermut benötigt. Für die ganz großen Klassiker...