Rambo

Die Actionfilm-Tetralogie „Rambo“ wurde 1982 durch den gleichnamigen Film begründet, der wiederum auf dem Roman „First Blood“ von David Morrell aus dem Jahr 1972 basierte. In der amerikanischen Originalfassung lieh dieser dem Film rund um den traumatisierten Vietnam-Veteranen John Rambo auch seinen Namen.

Die Entstehungsphase von „Rambo“ kann als relativ turbulent bezeichnet werden, da Universal Studios die amerikanische Öffentlichkeit lange Zeit noch nicht bereit für einen Film über Vietnam, und vor allem nicht über das lange verdrängte Thema der traumatisierten und kaum wiedereingliederungsfähigen Veteranen hielt, und deshalb den Dreh mehrfach verschob. Auch zweifelte man in ganz Hollywood an den schauspielerischen Fähigkeiten des Hauptdarstellers Sylvester Stallone, der bisher nur zwei Rocky-Filme als Erfolg vorweisen konnte, und dennoch darauf bestand, das Drehbuch selbst überarbeiten zu dürfen.

Auf dessen Eingriffe ist es auch zurückzuführen, dass der Rambo des Films weniger brutal ist als der des Romans, was den Charakter der Verfilmung als Anti-Kriegs-Film verstärkt. Trotz dieser durch und durch kritischen Einstellung gegenüber der Aufarbeitung des Vietnam-Traumas in der amerikanischen Gesellschaft und den verheerenden Folgen des Krieges auf die Psyche der einzelnen Soldaten, wurde „Rambo“ zu dem Klassiker des Vietnamfilmes und Wegbereiter für eine ganze Reihe oftmals pathetischer und glorifizierender Filme.
Ein Beispiel hierfür ist der drei Jahre später gedrehte „Rambo II – Der Auftrag“, der zwar ein unterhaltsamer Actionfilm ist, dabei aber trotz des Bezugs auf die noch in Vietnam internierten, amerikanischen Soldaten, bei weitem nicht an die kritische Botschaft seines Vorgängers heranreicht und sie gegenüber dem Kriegsgeschehen an sich vollkommen vermissen lässt.

Rambo III folgte im Jahr 1988, konnte jedoch weder bei Publikum noch bei den Kritikern punkten, sodass Sylvester Stallones zweiter Paraderolle ein ähnliches Schicksal galt wie Rocky.

Und ebenso wie bei dem Drama rund um den inzwischen gealterten Boxer, und sicherlich auch von dessen Erfolg in den Kinos in Jahr 2006 unterstützt, konnte sich Stallone gegen alle seine Kritiker durchsetzen: Rambo bekam im Jahr 2008 in „John Rambo“ sein Revival. Dank einer Mischung aus knallharter Action und des Dramas um zerrissenen Charakter, der auch dann noch unter den Folgen des Krieges leidet, als die Öffentlichkeit ihn längst vergessen hat, und der Anprangerung des diktatorischen Regimes in Burma, stieß er sowohl an den Kinokassen als auch bei den meisten Kritikern auf positive Resonanz. Von einer reduzierten Brutalität kann dort bei 2,59 Toten pro Filmminute zwar auch keine Rede sein, allerdings wird diese zu einem Großteil eingesetzt, um das menschenverachtende Verhalten der burmesischen Militärs zu verdeutlichen.